Der TTC Uster ist weiterhin auf der Erfolgsspur. Er sammelte an den Ostschweizer Regionalverbandsmeisterschaften (OTTM) Medaillen wie andere Leute Briefmarken. Am Ende gewann er nicht nur den begehrten Teampokal für die beste Clubleistung, sondern stellte mit Emily Wu und ihren vier Goldmedaillen auch eine der erfolgreichsten Spielerinnen des Turniers. Lesen Sie hier, wie es dazu kam:
OTTM Nachwuchs (Samstag): Der Erfolg hat viele Gesichter
Zu Beginn deutete nichts darauf hin, dass die OTTM 2024 in Wädenswil für Neuzugang Emily Wu ein unfassbar erfolgreiches Turnier werden würde, verlor sie doch mit Balthazar als topgesetztes Paar überraschend im Halbfinale gegen die toll harmonierenden Tasnim Jaber und Jannes Waschkies, die danach den ersten Titel nach Uster holten. Davon liess sie sich jedoch nicht entmutigen und gewann mit ihrer Schwester gemeinsam souverän die Kategorie U15 Mädchen Doppel, obwohl die beiden erst U11 bzw. U13 sind. Anschliessend trumpfte sie im Einzel U13 Mädchen zum ersten Mal gross auf und besiegte die aufstrebende St. Gallerin Julia Gajewska im Halbfinale, ehe sie im Endspiel an Clubkollegin Tasnim erfolgreich Revanche fürs Mixed nahm, die ihrerseits in der Vorschlussrunde Yuling Liausgeschaltet hatte. Ebenfalls zwei goldene Auszeichnungen erkämpfte sich Michelle Wu, die wie erwähnt das Doppel mit Emily und dann auch das U15 der Mädchen hochüberlegen gewann. Dazu kam noch eine Silbermedaille im Mixed U15 mit Yuchen Li. Ebenfalls drei Medaillen gab es für Tasnim und Yuling, die gemeinsam Dritte im U15 Doppel wurden sowie für Melina Schuhmayer, die sich im Einzel, Doppel (mit Bettina Dillen) und Mixed U15 (mit Lucien Meury) jeweils über die Bronzemedaille freuen durfte. In dieser Kategorie durfte auch der Bronzeplatz der Newcomerinnen Valea Troller und Dominika Duratna bejubelt werden.
Bei so vielen Erfolgen des weiblichen Geschlechts wollten natürlich die Jungs in nichts nachstehen und tatsächlich gab es auch bei den Knaben einige schöne Erfolgsmeldungen. Allen voran über Livio Antonilli, der bei den U11 seine Konkurrenten souverän in Schach hielt und den Titel ohne Satzverlust ins heimische Madetswil brachte. Aufhorchen liessen auch die Resultate der U15 Knaben: Joasch Fischer besiegte den favorisierten Aksoz aus Rapperswil und zog ins Halbfinale ein. Sogar noch einen Rang höher rangierte Lucien Meury, der sensationell den T3-Kaderspieler Aiden Amstad aus Neuhausen mit 3:0 überrollte. Auch die U17 Knaben wussten zu gefallen: Theo Bonvin gewann Bronze und auch die Viertelfinalqualifikation von Ennio und Yannick, wobei letzterem sogar das Kunststück eines Satzgewinns gegen den B12 und späteren Sieger Andrin Holdener gelang, ist aller Ehren wert. Gelinde gesagt als Sensation darf der Doppeltitel U19 von Adrian Mock und Enea Lazarotto bezeichnet werden. Abgerundet wurde das Ergebnis schliesslich vom Bronzeplatz im U19-Knaben Einzel durch Clublegende und Gute-Laune-Spieler Adrian.
Fazit: Die Mädchen münzten ihre Überlegenheit gnadenlos in Podestplätze um und sammelten Titel um Titel. Die Jungs präsentierten sich überraschend stark und nutzten die sich durch die Absenzen einiger Topstars bietenden Chancen unerbittlich aus und heimsten ebenfalls viele Medaillen ein.
Falls Sie den Überblick etwas verloren haben, hier noch einmal die Ergebnisse in der Übersicht:
U11 Knaben: 1. Rang Livio Antonilli
U13 Mixed: 1. Rang Tasnim Jaber (mit Jannes Waschkies), 3. Rang Emily Wu (mit Balthazar Porrit)
U13 Mädchen Einzel: 1. Emily Wu, 2. Tasnim Jaber, 3. Yuling Li
U15 Mixed: 2. Michelle Wu (mit Yuchen Li), 3. Melina Schuhmayer/Lucien Meury
U15 Mädchen Einzel: 1. Michelle Wu, 3. Melina Schuhmayer
U15 Knaben Einzel: 2. Lucien Meury, 3. Joasch Fischer
U15 Mädchen Doppel: 1. Emily Wu/Michelle Wu, 3. Tasnim Jaber/Yuling Li und Valea Troller/Dominika Duratna
U15 Knaben Doppel: 3. Livio Antonilli/Lucien Meury
U17 Knaben Einzel: 3. Theo Bonvin
U19 Knaben Einzel: 3. Adrian Mock
U19 Knaben Doppel: 1. Adrian Mock/Enea Lazarotto
OTTM Elite (Sonntag): Die grosse Show der Emily Wu
Am Sonntag waren dann die Klassierungsserien A, B, C, D und E an der Reihe. Dass heute mir ihr zu rechnen sein würde, deutete die erst 10-jährige Emily Wu bereits im Mixed mit Balthazar an, wo sie der um ganze 17 (!) Klassierungspunkte höher eingestuften Paarung Keller/Aebersold aus Wetzikon fünf Sätze lang Paroli boten. Noch hingen die Lorbeeren aber etwas zu hoch und die Meriten gingen an die Drittplatzierte Nina Gutknecht (mit Lars Posch) und an die ältere Schwester Michelle Wu (mit Alban Burgat), allerdings nicht ohne Drama. Wu/Burgat waren bei 10:8 im fünften Satz nur noch zwei Punkte vom Titelgewinn entfernt, als die beiden sich auf die Füsse standen. Michelle dachte mit schmerzverzerrten Gesicht sofort ans Aufgeben. Der Coach nahm ein Time Out und riet zu einem leeren Aufschlag auf einem Bein. Ulrich/Bernhard überpowerten und retournierten über den Tisch, so dass doch noch ein allerdings teuer erkämpfter Titelgewinn resultierte. Leider musste Michelle daraufhin für die Einzel- und Doppelserie w.o. geben. Nun war jedoch Emily bereit, für ihre Schwester als Teamleaderin in die Bresche zu springen. Sie gewann nicht nur das Damen C/D, sondern mit der Serie Herren D auch die mit 71 Spieler*innen teilnehmerstärkste Kategorie des Tages. Dabei spielte sie sich phasenweise in einen wahren Spielrausch, fackelte zur Freude der Zuschauer ein wahres Angriffsfeuerwerk ab und liess auch gestandenen Grössen wie Emre Imamoglu, Yuchen Li und Daniel Pigrum keine Chance. Ein Kuriosum dann im Finale: Emily gewinnt zum dritten Mal an diesem Wochenende gegen Julia Gajewska. Ansonsten sollten die Trauben für die Greifenseestädter eher hoch hängen. Eine löbliche Ausnahme bildete Yuling Li, die sich im Herren E bis ins Endspiel kämpfte, dort aber Jannes Waschkies in vier Sätzen unterlag und im Damen C mit Bronze nachdoppelte, sowie erneut Nina, die sich mit Mara Aebersold (Wetzikon) einen Podestplatz im Damen-Doppel sicherte.
Resultate:
Mixed: 1. Michelle Wu/Alban Burgat (Affoltern), 3. Nina Gutknecht/Lars Posch (YSZ)
Doppel Damen: 3. Nina Gutknecht/Mara Aebersold (Wetzikon)
Einzel Damen C/D: 1. Emily Wu, 3. Yuling Li
Einzel Herren D: 1. Emily Wu
Einzel Herren E: 2. Yuling Li
Beste Clubleistung - Der Erfolg hat viele Baumeister
Diese Ergebnisse vom Sonntag reichten aus, um die durch die überragende Teamleistung am Samstag herausgespielte Ausgangslage auszunutzen und zum ersten Mal in diesem Jahrhundert (zum ersten Mal überhaupt?) den heiss begehrten Berbier-Pokal für die beste Clubleistung zu gewinnen. Ja, man höre und staune: nicht der grosse Stadtrivale von YS Zürich, der NLA-Abonnementsmeister aus Neuhausen oder der Liga-Krösus aus Rapperswil, sondern das «kleine» Uster gewann die Krone der Ostschweiz und dies praktisch ausschliesslich durch die Leistungen der Junior*innen. Deshalb ist es angebracht, an dieser Stelle einmal ausdrücklich die Leistungen der Nachwuchsabteilung zu würdigen. In erster Linie gilt es natürlich die Anstrengungen der beiden Nachwuchsverantwortlichen Nina Gutknecht und Andri Andermatt zu loben. Nina, die durch ihr grosses und konsequentes Engagement, mit der richtigen Mischung aus Nähe und Distanz sowie aus Spass und Ernst seit Jahren eine vorbildliche Mädchen-Abteilung aufgebaut hat sowie Andri, der mit stets guter Laune und Geduld als Ansprechpartner für die Jungs fungiert. Sie werden bei ihrer wertvollen Aufbau-Arbeit von zahlreichen Helfern unterstützt: Michi, der seine Truppe mit Feuer und Leidenschaft, einer gehörigen Portion Strenge, aber auch dem nötigen Einfühlungsvermögen als Coach auf Vordermann bringt, Profitrainer Zsolt, der das Mittwochtraining mit Fachkompetenz, Charme und Spass leitet oder Nachwuchskraft Gabriel Schnipp, der die Übungseinheiten seiner Plauschgruppe mit viel Kreativität und Einfallsreichtum zu einem Erlebnis macht. Natürlich gehört dazu auch ein Vorstand unter der achtsamen Leitung von Präsident Manuel Senn, der dem Nachwuchstraining die nötige Priorität einräumt und im Hintergrund loyal den Rücken stärkt. Ein Dank geht an dieser Stelle auch an unseren Hauptsponsor Bank BSU, ohne deren finanzielle Unterstützung ein solcher Erfolg nicht möglich wäre. Letztlich sind es aber die Spieler*innen, welche an der OTTM 2024 mit ihren grossartigen Leistungen den Erfolg möglich gemacht haben. Ihnen gebührt daher ein grosses Dankeschön und ganz herzliche Gratulation.