Schweizer Meisterschaften Nachwuchs: TTC Uster gewinnt 13 Medaillen und die Teamwertung!

Was bedeutet 3 + 3 + 3 + 2 + 1 + 1 = 13? Nein, dies ist keine mathematische Rechenaufgabe, sondern die stolze Medaillenausbeute des TTC Uster an der Nachwuchs SM in Schaffhausen. Emily Wu, Livio Antonilli und Michelle Wu gelingt die maximale Ausbeute von drei Medaillen, Lia Sierra doppelt nach, Yuling Li und Melina Schuhmeyer gewinnen je einmal Edelmetall. Damit katapultiert sich der Verein sensationell vor Muttenz und Lancy auf Platz 1 der inoffiziellen Clubwertung.

U11

Obwohl nur mit Emily Wu und Livio Antonilli vertreten, regnet es in der jüngsten Alterskategorie Medaillen zuhauf. Emily und Livio zeigen sich im Mixed stark verbessert und holen nach harter Gegenwehr im Endspiel verdient Silber.
Emily spielt im Mixed U13 mit Elina Hu gegen die um zwei Jahre älteren Gegnerinnen grossartiges Tischtennis und zieht verdient ins Finale ein, wo die beiden ihren älteren Geschwistern mächtig einheizen und mit traumhaften Kombinationen etwas die Show stehlen.
Am Nebentisch ziehen Livio und Partner Thomas Knobel souverän ihre Bahnen. Die Sicherheit von Thomas und die Power von Livio harmonieren prächtig, so dass die beiden kaum ans Limit gehen müssen. So gewinnt Livio souverän die Goldmedaille und damit seinen ersten Schweizer Meistertitel.
Im Einzel war ihm dann die Müdigkeit etwas anzumerken. Anders als an anderen Anlässen, zeigte er jedoch mental eine stärke Leistung und kehrte im Viertelfinale eine beinahe verloren geglaubte Partie. Gegen Doppelpartner Knobel war dann im Halbfinale jedoch klar Endstation. «Heute hat mir das Doppel fast mehr Spass gemacht als das Einzel. Am coolsten war das Mixed, weil hier im Finale alle tolles Tischtennis zeigten», bilanziert der frischgebackene dreifache Medaillengewinner.
Einen wunderbaren Endpunkt setzte Emily Wu. Nach einer konzentrierten Gruppenphase und einem überlegenen Halbfinale gegen Luo kam es zum erwarteten Endspiel gegen Elina Hu, die kürzlich mit ihrem 3. Platz am WTT Turnier in Sarajewo aufhorchen liess. Die Baslerin legte dann im Startsatz gleich los wie die Feuerwehr. Danach fand die Zürcherin jedoch immer besser ins Spiel und variierte ihr Spiel wirkungsvoller. Der mit 14:12 gewonnene 2. Satz war die Wende. Danach war Emily nicht mehr zu bremsen. Es gelang eine Traumkombination nach der anderen. Mit 11:3 und 11:5 fegte sie die bemitleidenswerte Hu nun förmlich von der Platte. «Ich habe ab Satz 2 besser aufgeschlagen und mit Rückhand mutiger gespielt», analysiert die 10-Jährige wie eine alte Füchsin. Überglücklich nahm sie anschliessend ihre erste Goldmedaille im Einzel in Empfang.

Resultate

U11 Mixed: 2. Emily Wu/Livio Antonilli
U11 Doppel Knaben: 1. Livio Antonilli/Thomas Knobel (TTCRJ)
U11 Mädchen Einzel: 1. Emily Wu
U11 Knaben Einzel: 3. Livio Antonilli

U13

Für Michelle Wu begann der Tag im Mixed nicht optimal. Im Halbfinale brachte sie mit Silas Stalder eine 9:5-Führung im 5. Satz nicht über die Ziellinie. Für die Titelverteidigerin war Bronze eher eine Enttäuschung. Ganz anders war die Gefühlslage bei Yuling Li. Sie freute sich gemeinsam mit Balthazar (YSZ) über die bronzene Auszeichnung, überwand sie doch im Viertelfinale die bislang eine unüberwindbare Hürde darstellende Noppenspielerin Hanus erstaunlich problemlos in drei Sätzen. Im Mädchen Doppel spielte Michelle mit Enya Hu aus Muttenz. Vor laufender Kamera des Schweizer Fernsehens – SRF drehte fürs Sportpanorama ein Portrait der Familie Hu – waren beide Protagonistinnen etwas nervös und mussten ihren jüngeren Schwestern zwei Satzgewinne zugestehen, ehe am Ende die grössere Routine zugunsten der älteren Geschwister den Ausschlag gab. Nicht ganz zufrieden dürften Yuling und Tasnim Jaber mit ihrem Ausscheiden im Viertelfinale gewesen sein, aber gegen die Zwillingsschwestern Dang/Dang «on fire» konnten sie nach gewonnenem Startsatz nichts mehr ausrichten. Im Einzel zog Michelle nach Siegen über Clubkollegin Tasnim und Kimmi Egli aus Luzern ohne grössere Schwierigkeiten ins Endspiel ein, wo es wie erwartet gegen Enya Hu zur Wiederholung des Endspiels des Vorjahres kam. Da Michelle zuletzt in Bosnien gegen Enya gewann, rechnete sie sich gute Chancen auf eine Revanche aus und legte mit einem 11:6 entsprechend selbstbewusst los. Doch auch hier duplizierte sich das Geschehen des U11-Finales - nur mit anderen Vorzeichen. Die unterlegene Enya wurde immer stärker und entschied Satz 2 und 3 für sich. Doch Michelle gab nicht auf und zeigte im 4. Satz noch einmal ihr ganzes Können, um am Ende dann ihrer Gegnerin mit 9:11 hauchdünn zum Sieg gratulieren zu müssen. Die Silbermedaille und die Gewissheit, ein Endspiel auf unfassbar hohem Niveau gezeigt zu haben, waren ein schöner Trost. 

Resultate

U13 Mixed: 3. Michelle Wu/Silas Stalder (Schenkon), Yuling Li/Balthazar Porrit (YS Zürich)
U13 Mächen Doppel: 1. Michelle Wu/Enya Hu (Rio Star Muttenz)
2. Emily Wu/Elina Hu (Rio Star Muttenz)
U13 Mädchen Einzel: 2. Michelle Wu

U15/U17

Highlight in dieser Kategorie war das U17 Mädchen Doppel, in welches Melina Schuhmayer mit der Genferin Nina Berdoz mangels Anmeldungen im U15 aufrücken musste. Dort qualifizierte sie sich mit einem feinen Sieg gegen die höher klassierte Paarung Gajewska/Davis fürs Halbfinale und gewann so Bronze. Melina erreichte zudem im Einzel und im Mixed mit Lucien Meury den achtbaren 5. Platz, der dieses Kunststück auch im Knaben Doppel mit Yuchen Li fertigbrachte und sich da jeweils gegen stärkere Gegner achtbar aus der Affäre zog. Nicht ganz zufrieden dürfte die Leaderfigur der Ustermer Jungs mit seinem Auftritt im Einzel und dem Ausscheiden in der Gruppenphase gewesen sein. Immerhin deutete er im letzten, mit 10:12 nur hauchdünn verlorenen Satz gegen den späteren Schweizer Meister Lowis Vogler an, dass bis zur Spitze gar nicht mehr so viel fehlt.

Resultate

U17 Mächdchen Doppel: 3. Melina Schuhmayer/Nina Berdoz (ZZ Lancy)

U19

“Same person, same story.” Die im Vorfeld des Turniers von Verletzungssorgen geplagte Lia Sierra steigt an der Nachwuchs SM nach dem Motto «Steh auf, wenn Du am Boden bist» einmal mehr an einem wichtigen Wettkampf wie Phoenix aus der Asche. Gemeinsam mit dem befreundeten Robin Renold (Bremgarten) gewinnt sie eine schöne Silbermedaille im Mixed U19. Erst im Endspiel müssen sie sich der übermächtigen Paarung Abishek Vepa und Fanny Doutaz beugen. Auch im Einzel war dann die Vorjahres-Schweizermeisterin der Elite im Finale eine Nummer zu gross. Bis es jedoch zu diesem Duell kam, sorgte die Sportschülerin gegen die aufstrebende Hanae Hasler mit Tischtennis auf höchstem Niveau für Begeisterungsstürme in den Reihen des TTC Uster. Eher Sorgenfalten waren es, die auf der Stirn der Fans nach dem 0:2 Rückstand gegen die Walliser Neuentdeckung Clerc erschienen. Aber Lia wäre eben nicht Lia, wenn sie einige Minuten (und wohl einige «Om»’s zur Beruhigung der Nerven von Coach Michi) später, das Match nicht mit einer mirakulösen Willensleistung noch in einen 3:2 Erfolg umgewandelt und sich fürs Endspiel qualifiziert hätte. Zweimal Silber ist letztlich ein verdienter Lohn für diese kämpferischen «Steh-auf»-Qualitäten.

Resultate

U19 Mixed: 2. Lia Sierra/Robin Renold (Bremgarten)

 

 

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